Demo vor den Schlachtbetrieben

Wieder stehen vor verschiedenen Schlachthöfen demonstrierende Tierrechtsaktivisten. Mit diesen Aktionen tun sie jedoch nicht nur ihre Meinung kund, sondern blockieren auch den Arbeitsbetrieb, so dass weniger bis keine Tiere geschlachtet werden können.

Das ist das Ziel dieser Demonstrationen – und es ist dumm!

Durch die coronabedingten Schließungen und Schlachtzahlreduktionen der letzten Monate hat sich in Deutschland ein „Schweinestau“ erheblichen Ausmaßes ergeben. Bereits besamte Sauen haben ihre Ferkel geworfen, die kamen in die Mastställe und wuchsen heran, konnten dann jedoch nicht wie geplant geschlachtet werden. Statt dem üblichen Schlachtgewicht auf das die Größe der Ställe ausgelegt ist, wuchsen sie weiter und weiter, was zu extremer Enge in den Ställen und damit verbundenem Stress und Verletzungen führt. Die Landwirte waren und sind verzweifelt.

Inzwischen konnten die Schlachtzahlen zwar wieder hochgefahren werden, dennoch sind sie noch nicht wieder auf dem üblichen Niveau. Und: es warten aktuell noch rund eine halbe Million (!) übergewichtiger, gestresster Schweine dicht an dicht in den Ställen.

Ja, sie warten auf ihren Tod. Der jedoch ohnehin unausweichlich ist, so furchtbar wir das finden mögen. Aber wäre es nicht tierschutzgerechter, wenn man ihnen nicht noch das zusätzliche Leid während ihres Lebens zumuten würde? Das Leid, das durch unsinniges Blockieren der Schlachtbetriebe verursacht wird.

 

Für die Demonstranten klingt das wahrscheinlich herzlos. Aber realistisch betrachtet ist es nun mal so, dass Unmengen Schweinefleisch(-produkte) gegessen werden, und so lange das so ist, werden Schweine gemästet und geschlachtet. Dabei haben wir in Deutschland noch deutlich höhere gesetzliche Anforderungen an die Haltung und Schlachtung als das in vielen anderen Ländern der Fall ist. Wenn nun aber das Ziel der Aktivisten erreicht würde und in Deutschland weder Schweine gehalten noch geschlachtet würden, kämen die Tiere aus dem Ausland und damit aus weit schlechteren Haltungsbedingungen. Denn der Bedarf an Schweinefleisch besteht ja nach wie vor.

Ist das nun Tierschutz? Oder ist das unüberlegter, nicht weit genug gedachter Aktionismus?

Unser Ziel ist es, die Haltungsbedingungen in Deutschland durch artgerechtere Haltung erheblich zu verbessern.

Unser Ziel ist es, die Schlachtbedingungen so tierschonend wie möglich zu machen.

Und unser Ziel ist es, Verbraucher darüber aufzuklären, dass Tierwohl und Billigfleisch nicht zusammengehen.

Für diese Ziele steht „Schwein ohne Pein“ in engem Kontakt zu Landwirten, Schlachtbetrieben und der gesamten Kette.

Wir haben einigen tausend Schweinen dadurch ein besseres Leben ermöglichen können. Das Blockieren der Schlachtbetriebe dagegen, schafft unnötiges Leid.

Tierliebe sieht anders aus.